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Kemnader Burglauf 2018
Sonntag, 26. August 2018

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Viele Kilometer für kranke Kinder, Burglauf 2010

Obwohl es sich um eine Benefiz-Aktion handelt, hat Petrus kein Erbarmen mit den Läufern und Helfern des fünften Kemnader Burglaufes. Bei teils strömendem Regen absolvieren rund 400 Teilnehmer im Halbmarathon, Zehn-Kilometer-Lauf, Schüler-Lauf und Walking die Strecke um den Kemnader Stausee (insgesamt 660 Starter). Die Startgebühren gehen an den Verein „aktion benni & co“, der die Erforschung der Duchenne Muskeldystrophie (eine Muskelerkrankung) fördert.

Pünktlich um 11 Uhr starten die Ersten beim Halbmarathon (21 Kilometer) an Haus Kemnade. Bereits vormittags regnet es stark. Die Wolken tauchen die alte Wasserburg in ein tristes Grau. Das Fanprojekt des VfL Bochum ist mit einer Torwand vertreten, der „Förderkreis Lernort Natur Ennepe-Ruhr“ zeigt ausgestopfte Wildtiere. Einige Programmpunkte im Innenhof mussten abgesagt oder bis zum Ende der Regenschauer verschoben werden.

„Die Läufer sind nicht böse um das Wetter, aber die Helfer tun mir Leid“, sagt Silvia Hornkamp. Die Geschäftsführerin von „benni & co“ ist zu diesem Zeitpunkt schon durchnässt. Sie kümmert sich jedoch nicht nur um die Angelegenheiten des Vereins, sie ist selbst Betroffene. Vor 13 Jahren erfuhr sie, dass ihr Sohn von der tödlich verlaufenden Form des Muskelschwunds betroffen ist. Eine Krankheit, die selten auftritt und nur Jungen betrifft.

„Die Aussage ,Sie können nichts tun’ war für mich der Auslöser, mich zu engagieren“, betont sie. Für die Mutter steht fest: „Es muss immer weitergehen“. Die Unterstützung der Läufer, Helfer und Zuschauer motiviere sie. Genauso sehen das die Sportler. „Wir waren letztes Jahr als Zuschauer hier, fanden die Idee gut. Der gute Zweck hat natürlich eine Rolle gespielt“, erklärt Familie Erdmann. Mit seinen beiden Töchtern geht das Ehepaar auf die nasse Laufstrecke.

„Es ist schöner, wenn man dabei noch was Gutes tun kann“, findet Marc aus Dortmund, der den Halbmarathon absolvierte. „Wir sind bereits zum zweiten Mal dabei“, sagt Jutta Knajder. Die Wittenerin nimmt mit ihren Arbeitskollegen teil. „Ich wollte eigentlich mitlaufen“, lacht Ulrich Schnippenkötter. Der Gelsenkirchener hilft mit seiner Frau stattdessen als Streckenposten. „Wir sind über eine Radfahr-Aktion in Mainz auf den Verein gestoßen“, erzählt das Ehepaar.

Seinen Ursprung hat das Ganze in Rheinland-Pfalz. „Dort gibt es solche Aktionen schon seit 14 Jahren“, berichtet Silvia Hornkamp. Seit sechs Jahren ist der gemeinnützige Verein „aktion benni & co“ in Bochum ansässig. Unterstützt wird er von Unternehmen, dem Hausherrn von Haus Kemnade Ulrich Bruns sowie den Städten Hattingen, Bochum und Witten.

„In erster Linie sammeln wir Spenden, um die Forschung zur Krankheit voranzubringen“, erklärt Silvia Hornkamp. Betroffene Eltern sind im Vorstand und in der Geschäftsführung vertreten. Rund 680 Mitglieder zählt der Verein, der aus einer Elterninitiative hervorging. „Wir bieten aber auch soziale Hilfe“, unterstreicht Hornkamp und ergänzt: „Und wenn wir den Betroffenen nur dabei helfen, den Alltag zu erleichtern.“

Hattingen, 29.08.2010, Tim Walther (derwesten.de)

 

 
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